Alla ricerca di un tango perduto

Das 2.Tangobuch von Raffaella Passiatore "Alla ricerca di un tango perduto" (2014, Florestano Edizione) sowie "Un amore in cerca d'autore" (2012, Florestano Edizione) werden in der Woche vom 13.-19. Dezember 2014 in Süditalien präsentiert; Lesungen, Gepräche mit der Autorin u Milongas ergänzen das vielfältige literarische Schaffen von Raffaella Passiatore.

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Viva la Lorca

Eine Produktion der TheaterOFFensive Salzburg

Aktuelle Termine & Infos: www.theateroffensive.at

Regie & Ausstattung: Alex Linse; Choreographie: Maria Gruber

Tango Argentino: Sabine Bernetstätter & Peter Siglreithmaier

Tribühne Lehen, Tulpenstrasse 1, 50202 Salzburg

 

Die Nase von Gardel

Eine Produktion von AMPHITHEATRUM Salzburg – Sommer 2011

Komödie in zwei Akten

Von Raffaella Passiatore
 

Darsteller

Eva: Annarita Poliseno
Adam: Peter Siglreithmaier
Regie: Raffaella Passiatore

Annarita Poliseno und Peter Siglreithmaier in 'Die Nase von Gardel'

Inhaltsangabe:

Die Nase von Gardel

Adam und Eva leben nicht im Garten Eden, sondern in einer kleinen Wohnung unserer heutigen Zeit.Das Paradies von Adam ist der argentinische Tango, dessen leidenschaftlicher Tänzer und Liebhaber er ist. Beim und durch den Tango kann Adam aus der Mittelmäßigkeit seiner Arbeit und aus dem sich ständig wiederholenden Alltag ausbrechen, sowie der Paar-Neurose, die ihn ständig quält und belastet.Adam glaubt, das Ebenbild seines einzigen Gottes zu sein; des mythischen Sängers Carlos Gardél.

Ob in der biblischen Geschichte, oder im Leben selbst: man muss den Teufel nicht an die Wand malen, um ihn – oder seine Nase – ins Spiel zu bringen! In diesem Fall ist er es in Person der unheimlichen Psychotherapeutin, die ihre Macht missbraucht, indem sie in Eva den Zweifel anstachelt. Und indem sie sich zwischen den beiden Persönlichkeiten hin -und her schwänzelt, wird die Nase von Gardel zum „Apfel der Zwietracht“, der Unordnung in ihr Leben bringt; wenngleich es sich um erheiternde Situationen handelt, die beide aber sehr wohl reflektieren, hinterfragen, und analysieren möchten.

Die Nase ist schon bei Pirandello und Gógol als Protagonist im Mittelpunkt gestanden, aber nie zuvor hat sie Tango getanzt!

Fazit:

Wie wären wohl Adam und Eva in unserer heutigen Zeit? Und was, wenn das Paradies der argentinische Tango wäre, Gott persönlich Carlos Gardel, und der Teufel verkörpert durch eine freudianische Psychoanalystin? Und wenn der Apfel der Zwietracht eine Nase wäre?

Interview:

„Die Nase von Gardel“ – Adam und Eva, projiziert auf unsere heutige – ganz im Gegensatz zu früher – eher stressige Zeit, was war Eure Inspiration zu diesem Stück und was darf sich das Publikum von dieser Geschichte erwarten?

Adam und Eva stehen symbolisch für den Prototypen eines jeden Mannes und jeder Frau. Der Garten Eden ist nichts anderes als eine Utopie des absoluten Glücks, ohne Schattenseiten, ohne Widersprüche, ohne der Vielfalt von Meinungen und Gefühlen; das gibt es aber nur in der Arglosigkeit der Jugend, und in der Euphorie der ersten Liebe.

Ist die „früheste“ Liebe dann nicht diejenige des ersten Mannes und der ersten Frau? Wir alle waren einmal – durch unsere erste Liebe – Adam und Eva, und wir alle waren einmal im Garten Eden. Aber der erwachsene Mann und die reife Frau sind das Gegenteil von Adam und Eva, denn ist die erwachsene Liebe nicht jene ohne einem „Apfel“ oder, in diesem Fall, einer „Nase“ der Zwietracht?

Unsere Geschichte beginnt mit der „Vertreibung aus Eden“, und genau ab diesem Zeitpunkt entstehen die Probleme!Der Teufel, der Eva verführt, könnte verglichen werden mit dem Zweifel, der aus der Selbstreflexion hervorkommt, und der das eigen „Ich“ von dem des Partners trennt; so entfalten sich die gegenseitige Kritik, die Sprachlosigkeit des nicht mehr miteinander Reden-Könnens, die Rachegefühle.

Unserer heutigen Zeit entsprechend habe ich den Teufel durch die Psychoanalystin ersetzt. Während der Probenarbeit war es spannend, mit den Schauspielern gemeinsam zu entdecken, wie paradox es für einen Adam wäre, der nie eine Mutter gehabt hat, über den Ödipuskomplex zu sprechen, oder für eine Eva, die aus dem gleichen Mann/Mensch entstanden ist.

An dieser Stelle haben wir unseren Adam und Eva etwas menschlicher gestaltet, ihnen auch freudianische Impulse und ‚jungianische’ Archetypen verpasst.Dem Publikum möchten wir Motive zur Reflexion anbieten, mit einem subtilen,  feinen Lachen in Verbindung, vor allem aber eine Einladung, die eigenen Beziehungsprobleme, nach der Therapie, mit Humor und Tanz lösen zu können!

 

Der Tango, ein von vielen Menschen geliebter Tanz. Könnte man sagen, jeder Einzelne kann sich sein eigenes „kleines Paradies“ durch Tanz und Musik schaffen?

Dieses Theaterstück ist ein szenisches Folgewerk meines Buches „Alles , was sie schon immer über Tango wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten“, das vor einigen Jahren publiziert  wurde. In diesem Werk kritisiere ich vehement den europäischen Gebrauch sowie den Missbrauch des argentinischen Tango.Dario Fo, Literaturnobelpreisträger, beleuchtet die Komplexität der Volksmusik und des Volkstheaters, sowie seine blasphemische  Vereinfachung und Banalisierung, mit dem Ziel der Kommerzialisierung.

(Das erste Mal, als ich original österreichische Volksmusik hörte, auf einer Almhütte in den pongauer Bergen, war ich beeindruckt von der extremen Raffiniertheit des harmonischen und instrumentalen Aufbaus, und ich fragte mich, warum man im Radio und Fernsehen nur „Ersatz“ – Neufassungen sendet, Pseudo-Kopien ihrer selbst, primitiv und kommerziell)Das gleiche passiert mit dem argentinischen Tango in Europa.Dieser Tanz entsteht Ende des 19. Jahrhunderts, am Rio de la Plata, im Schmelztiegel der unterschiedlichsten Kulturen: amerikanische, afrikanische, und zu 70 % europäische Einwanderer wie Italiener, Spanier, Portugiesen, Deutsche, Polen, Österreicher, Juden…

 Der Tango ist sowohl in seiner Musik als auch in seiner Tanzform komplex, raffiniert, lebt von Widersprüchen in der Harmonie, von gelösten und unvollendeten Polaritäten, von Fantasie; Humor und Tragödie gleichermaßen; er lebt durch die Existenz und den Tod, die zu Leben werden, durch Improvisation, emotionale Intelligenz, und durch Fähigkeit zur kreativen Lösungsfindung; er lebt durch dritte Antworten, die die Bipolarität des „Ja“ und des „Nein“ aufheben.All dies geht in unserer europäischen Kultur langsam verloren. Ja, der Tango in seiner Authentizität verstanden ist ein kleines Paradies, dessen Geografie uns lehren könnte, das Leben und die Liebe besser realisieren zu können; die europäischen Adams und Evas haben das noch nicht verstanden…

Wir beharren aber darauf!


AMPHITHEATRUM salzburg ist ein Verein zur Förderung des Tango Argentino als Weltkulturerbe. Könnt Ihr unseren Zusehern eine kurze Beschreibung über Euer Wirken geben?

Der Verein AMPHITHEATRUM ist nicht nur aktiv bezüglich der Verbreitung des argentinischen Tangos, sondern auch im Bereich des Theaters, der Literatur, der Musik und des Tanzes tätig.Mit dem Tango scheint es uns aber, die Menschen direkt zu erreichen; wir bieten unsere Tangokurse an, vor allem aber unsere „Milongas“, jeden Samstag im Avahof, in Kooperation mit dem Lavazza-Caffé, um die Möglichkeit des mikro „Gartens Eden“ erlebbar zu machen, der auch ein Teil unseres eigenen Lebens ist.

Unser Angebot ist ein Zusammentreffen in Form einer kreativen Verbindung, ein kultureller Moment der gegenseitigen Bereicherung, unabhängig von Alter, Nationalität und sozialer Herkunft; eine neu-Entdeckung bzw. ein Wiederfinden der Kommunikation und der zwischenmenschlichen Ebene.Wir belügen Euch nicht, was die Propaganda betrifft: der Tango ist schwer, zumindest wie das Leben selbst; furchtbar und wundervoll schwierig zugleich.

Raffaella Passiatore

 

Peter Siglreithmaier

Peter Siglreithmaier in 'Der Kontrabaß'

Geboren 1970 in Salzburg, entdeckt er sehr früh seine Leidenschaft für Tanz und Theater. Bereits als 10 jähriger sammelt er erste Bühnenerfahrung bei den Salzburger Festspielen. Als   14 jähriger widmet er sich dem Lateintanzsport und beendet seine Karriere mit dem Titel des Landesmeisters für OÖ und Salzburg. Im Alter von 27 Jahren zieht er nach Australien wo er unter anderem ein Schauspielstudium im „Sydneys Actors Center“ absolviert und Erfahrung im Jazz und Modern Dance in der „Sydneys Dance Company“ sammelt. Zurück in Salzburg wirkt er seitdem in Theater- Film- und Tanzprojekten (Ohnetitel Salzburg, Mad Company, Body End Sole…) Seit 2009 arbeitet Peter Siglreithmaier zusammen mit Autorin Raffaella Passiatore an Tanz und Theaterprojekten und spielte im April 2010 in Salzburg „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind.

„Souverän und phantasievoll gestaltet er den Monolog wie ein Zwiegespräch mit den Zuschauern, fällt dabei phasenweise ins Wienerische und so gelingt ihm ein äußerst effektvoller Wechsel zwischen Komödie und Tragödie“. („Der Kontrabass“ / 14.04.2010  / E. Pichler)

 

 

 

Raffaella Passiatore

° geboren in der Nähe von Mailand

° praktiziert seit ihrer Jugend Modern Dance, Yoga und Tai Qui

° studierte in Bari Klavier, Philosophie und Literatur

° nach langem Aufenthalt in Südamerika Übersiedlung nach Salzburg

° als Autorin und Regisseurin tätig

° unterrichtet am „Musikum Salzburg“ Klavier und Musiktheater

  „Kreatives Schreiben“ und „Theater Improvisation“ am Institut Dante Alighieri

° erhält 2004 in Wien 1. Preis für Lyrik im Wettbewerb „Schreiben zwischen den Kulturen“

° absolvierte Tangokurse bei: Rafael Ramirez, Franz Schneider & Francine Perez, Ulli Barth, Michael Domke, Gerrit Schüler, Marisa & Oliver Koch, Pablo Verón, Claudia Grava & Martin Birnbauer, Matthias Beutler, Susana Carmen Di Donato

* aufgetreten mit M.Beutler, M.de Nicolò, Carlos "El tordo", P.Siglreithmaier, Chechu García u M.Schandl; weiters hat Raffaella Passiatore bei Kursen und Workshops im In-und Ausland unterrichtet mit M.Beutler, M.de Nicolò, G.Milite, Carlos "El tordo", u.a. bei  "Internationale Workshops SIBA" von Peter Breuer in Salzburg und Workshops in Lodsch/Polen

° Autorin des Librettos der Oper „L’ultimo Tango di Madame Ivonne“ mit der Musik von Fausto Tuscano; November 2007 uraufgeführt in Salzburg

 

° Publikationen:

„Sprachsprünge“:  Exil Verein Wien

„Neues von Dante“: Dante Alighieri Salzburg

Bibliothek deutschssprachiger Gedichte, München.

 „Fremde Länder – Terre straniere“ (2005), Florestano Verlag, Bari/Italien

„Alles, was sie über Tango wissen wollten aber bisher nicht zu fragen wagten“ (2007), Florestano Verlag, Bari/Italien

„Le storie sdrucciole“ (2009), Florestano Verlag, Bari/Italien

"Un amore in cerca d'autore" (2011), Florestano Verlag Bari/Italien

 

http://www.pugliainesclusiva.it/raffaella-passiatore-scrittrice/

http://www.padovando.com/incontri-convegni/un-amore-in-cerca-dautore/